Darf man einen Menschen opfern, um fünf zu retten?
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Worum es bei dieser Frage geht
Eine Straßenbahn rast auf fünf Menschen zu, die auf den Gleisen festsitzen. Du stehst an einer Weiche: Stellst du sie um, fährt die Bahn auf ein Nebengleis, wo sie einen einzelnen Menschen tötet. Im zweiten Fall stehst du auf einer Brücke und könntest einen schweren Mann vor die Bahn stoßen, um sie aufzuhalten. Die Rechnung ist dieselbe: einer stirbt, fünf überleben.
Die meisten würden die Weiche umstellen, aber niemanden stoßen. Was ist der Unterschied? Das Gedankenexperiment ist längst keine reine Theorie mehr: Das Bundesverfassungsgericht musste klären, ob der Staat ein entführtes Passagierflugzeug abschießen darf, und wer selbstfahrende Autos programmiert, muss festlegen, wie sie sich bei einem unvermeidbaren Unfall verhalten.
Positionen
2 Positionen, ohne Rangfolge. Öffne eine für die ganze Argumentation.
Einen unschuldigen Menschen gezielt zu töten, um andere zu retten, ist nicht erlaubt, auch wenn dadurch insgesamt mehr Menschen sterben.
2 Begründungen2 Quellen2 Einwände aus anderen Positionen
Wer einen Menschen vor die Bahn stößt, benutzt ihn als bloßes Mittel.
Stärkster Einwand (Lässt etwas weg), aus Sicht von Ja, wenn dadurch mehr Leben gerettet werden: Den fünf Menschen auf den Gleisen wird ihre Würde auch genommen, wenn man sie sterben lässt, obwohl man sie hätte retten können.
Wenn sich nur zwischen einem und fünf Toten wählen lässt, ist es richtig, die Zahl der Toten so klein wie möglich zu halten, auch durch aktives Eingreifen.
3 Begründungen2 Quellen3 Einwände aus anderen Positionen
Fünf Leben wiegen schwerer als eins.
Stärkster Einwand (Lässt etwas weg), aus Sicht von Nein, Leben darf nicht gegen Leben verrechnet werden: Ob man jemanden sterben lässt oder ihn selbst tötet, ist ein moralischer Unterschied.
Wo stehst du?
Welche Position kommt deiner Sicht am nächsten? Auch „noch unentschieden“ ist eine gute Antwort, und du kannst sie jederzeit ändern.
Offene Fragen
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Quelle angefragt · Ja, wenn dadurch mehr Leben gerettet werden
Selbstfahrende Autos müssen in unvermeidbaren Unfällen irgendwie reagieren.
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Noch keine Quelle · Ja, wenn dadurch mehr Leben gerettet werden
Dass wir im Brücken-Fall zögern, ist ein Bauchgefühl gegen körperliche Gewalt, kein moralisches Argument.
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Keine direkte Quelle · Nein, Leben darf nicht gegen Leben verrechnet werden
Wer einen Menschen vor die Bahn stößt, benutzt ihn als bloßes Mittel.
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Keine direkte Quelle · Ja, wenn dadurch mehr Leben gerettet werden
Fünf Leben wiegen schwerer als eins.
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Keine direkte Quelle · Nein, Leben darf nicht gegen Leben verrechnet werden
In echten Situationen weiß niemand sicher, ob die Rechnung aufgeht.
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Position vorschlagenQuellen
- Bundesverfassungsgericht: Urteil vom 15. Februar 2006, 1 BvR 357/05bundesverfassungsgericht.de
- PhilPapers Survey 2020: results for all respondentssurvey2020.philpeople.org
- Awad et al. (2020): Universals and variations in moral decisions made in 42 countries by 70,000 participants, PNASpmc.ncbi.nlm.nih.gov
- VerkehrsRundschau: Ethik-Kommission setzt Leitlinien für automatisiertes Fahren (20.06.2017)verkehrsrundschau.de
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